Geschichte mal anders


„Fußball im Nationalsozialismus“ – Zehntklässler zu Gast bei der Frankfurter Eintracht

Die Realschul-Abschlussklassen 10Ra und 10Rb der Ohmtalschule (OTS) hatten kürzlich die besondere Gelegenheit, das Museum der Frankfurter Eintracht zu besuchen. Begleitet wurden die Schülerinnen und Schüler von ihren Lehrkräften Phillip Künz und Benjamin Gauger.
Der Ausflug begann mit einer spannenden Führung durch das Eintracht-Museum, das die Geschichte des Vereins auf lebendige Weise darstellt. Ein besonderes Highlight war der Workshop „Juddebube & Schlappekicker – Fußball im Nationalsozialismus“. Die Themen Nationalsozialismus und Ausgrenzung wurden anhand des Fußballs anschaulich und zugänglich gemacht. Der Workshop verdeutlichte, dass der Zugang über den Sport, speziell einen Verein wie Eintracht Frankfurt, Interesse weckt und es ermöglicht, diese schwierigen Themen auf lebendige Weise zu vermitteln. Die Schülerinnen und Schüler setzten sich intensiv mit der Ausgrenzung jüdischer Vereinsmitglieder während der NS-Zeit auseinander und erfuhren am Beispiel des Sports, wie die Gleichschaltung funktionierte. Dabei halfen Original-Sportausweise der Hitlerjugend und persönliche Schicksale jüdischer Vereinsmitglieder, das Thema greifbarer zu machen und Empathie zu erzeugen. Dies förderte nicht nur das historische Verständnis, sondern auch die Sozialkompetenz der Schüler.

Blick ins beeindruckend große Stadion.


Während der Führung wurde zudem ein aktueller Bezug hergestellt: Der Fußball dient als eindrucksvolles Beispiel dafür, dass Rassismus in unserer Gesellschaft keinen Platz haben darf. Dieser Gedanke regte die Schülerinnen und Schüler an, sich über die historische Thematik hinaus mit Fragen der Toleranz und Vielfalt zu beschäftigen.
Nach dem Workshop folgte eine exklusive Stadionführung durch das Waldstadion. Die Schüler erhielten einen Blick hinter die Kulissen und konnten Orte besichtigen, die man als Fan normalerweise nicht zu sehen bekommt. Von der Spielerkabine über den Spielfeldrand bis zur VIP-Lounge – diese Einblicke begeisterten.

,,Pressekonferenz” mit den Lehrkräften Phillip Künz und Benjamin Gauger.


Der Ausflug ermöglichte es den Schülerinnen und Schülern, Geschichte hautnah zu erleben und gleichzeitig einen spannenden Blick in die Welt des Profisports zu werfen. Die Ohmtalschule bedankt sich bei der Eintracht Frankfurt für diese außergewöhnliche Gelegenheit, die sowohl historische als auch gesellschaftlich relevante Themen aufgreift.
Des Weiteren wurde den Schülern deutlich, dass sie sich am Ende ihrer schulischen Laufbahn befinden und nun wichtige Entscheidungen für ihre Zukunft treffen müssen. Spannende Einblicke gab es dabei in die vielfältigen Berufsfelder, die ein Bundesligist bietet – von der Arbeit als Physiotherapeut oder Koch bis hin zum Einsatz als Ordner oder Platzwart. Die Botschaft war klar: Hinter dem Profifußball steckt ein breites Spektrum an Berufsmöglichkeiten, die für junge Menschen interessant sein könnten.

Bilder: OTS
Text: Ph. Künz


ZDF dreht an der Ohmtalschule

Lesepatenprojekt in Kinder-Nachrichtensendung ,,Logo” vorgestellt – Schüler lesen für Grundschüler

In den Medien wird immer wieder auf die oft mangelhafte Lesekompetenz von Kindern und Jugendlichen hingewiesen. Eine gezielte Förderung dieser Fähigkeit ist für die schulische und später auch berufliche Entwicklung von großer Bedeutung. Was also tun? Wie gezielt die Lesekompetenz verbessern? Diese Frage stellte sich Lehrerin Ute Tondar vor vielen Jahren und rief dann ein besonderes Projekt an der Ohmtalschule (OTS) ins Leben, das nunmehr seit 2012 sehr erfolgreich durchgeführt wird: das Lesepatenprojekt.

Das interessierte nun auch das ZDF, das ein Fernsehteam nach Homberg entsandte, um dort einen spannenden TV-Beitrag zu drehen. Das Projekt ist eine Kooperation zwischen der Ohmtalschule und der benachbarten Grundschule und bietet Schülerinnen und Schülern der achten Klassen die Möglichkeit, Erstklässler beim Lesenlernen zu unterstützen. Das Prinzip ist einfach: Für ein Schuljahr wird den Achtklässlern jeweils ein Patenkind aus der ersten Klasse zugeteilt, geht es von der Klassenstärke her nicht auf, sind ausnahmsweise auch mehrere Schüler in einem Lese-Tandem. Einmal pro Woche holen die Lesepaten ihre Schützlingen in der Grundschule ab und gehen mit ihnen in die neu und gemütlich gestaltete Bibliothek, wo sie gemeinsam eine Schulstunde in ausgewählten Büchern schmökern.

Zu Beginn des Schuljahres steht vor allem das Vorlesen im Vordergrund. Die älteren Schüler lesen den Erstklässlern vor, um ihnen die Freude am Lesen näherzubringen. Im Laufe des Schuljahres entwickelt sich das Projekt jedoch weiter: Die Lesepaten unterstützen die Erstklässler immer mehr beim aktiven Lesenlernen. Hierbei profitieren beide Seiten – die Achtklässler stärken ihre eigene Lesekompetenz, während die Erstklässler ihre Fähigkeiten im Lesen immer weiter ausbauen. Kürzlich war ein ZDF-Team zu Gast in der Bibliothek, um einen Beitrag für die Kindernachrichtensendung „Logo“ zu drehen. Alle Beteiligten waren sehr aufgeregt, meisterten jedoch die Situation souverän, obwohl hin und wiedet eine große Kamera und ein Mikrofon auf sie gerichtet waren. Das Fernsehteam beobachtete die Leseteams und interviewte sowohl Grundschüler als auch Gesamtschüler. Die Kinder erzählten der Redakteurin, die mit Kameramann und Tontechnikerin angereist war, begeistert, wie sehr ihnen das Lesepatenprojekt geholfen hat, ihre Lesefähigkeit zu verbessern.

Die Grundschüler lieben ihre großen Paten und umgekehrt. Es entwickelt sich schnell eine starke Bindung zwischen den beiden Gruppen. Es ist für Außenstehende immer wieder beeindruckend zu sehen, wie liebevoll und geduldig die Gesamtschüler mit den Erstklässlern umgehen. Die Kleinen schildern indes begeistert, wie sehr ihnen das Lesen mit den Großen Spaß macht. Und einige der älteren Schüler berichten, dass sie seit Beginn des Projekts flüssiger lesen und von den regelmäßigen Leseeinheiten profitieren. Das Lesepatenprojekt wurde in einem kleinen Beitrag in der Sendung „Logo“ des Kinderkanals (Kika) vorgestellt. Dieser Beitrag hat nicht nur das Projekt einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht, sondern auch gezeigt, wie wirkungsvoll und bereichernd eine solche Kooperation zwischen Schulen sein kann.

„Das Projekt wurde von mir vor vielen Jahren ins Leben gerufen, um die Lesekompetenz der Achtklässler und der Grundschüler zu fördern. Doch schnell wurde klar, dass das Projekt weit mehr bewirken kann. Neben der Förderung der Lesefähigkeiten stärken die Schülerinnen und Schüler auch ihre Sozialkompetenz“, sagt Initiatorin Ute Tondar. Die regelmäßige Interaktion zwischen den älteren und jüngeren Kindern fördere Verantwortung, Geduld und Empathie. Dies seien Fähigkeiten, die sowohl für das schulische als auch für das gesellschaftliche Leben von großer Bedeutung sind. „Das Lesepatenprojekt hat sich mittlerweile zu einer festen Institution an der Ohmtalschule entwickelt. Es ist ein Paradebeispiel dafür, wie Schülerinnen und Schüler gegenseitig voneinander lernen und sich gegenseitig unterstützen können. Es ist mir deshalb ein großes Anliegen, dieses meines Wissens nach deutschlandweit in dieser Art einzigartige Projekt bekannt zu machen“, so Ute Tondar.

Text und Bilder: S. Simon


111 Euro für SOS-Kinderdörfer

Realschüler der 10 Rb spenden Erlös des Weihnachtsmarktes

Die Klasse 10 Rb der Ohmtalschule (OTS) hat für den Weihnachtsmarkt in der Schule einen tollen Beitrag geleistet. Mit dem Verkauf von selbst gestalteten Weihnachtskugeln und frischen Waffeln konnten die Schülerinnen und Schüler insgesamt 111 Euro einnehmen. Doch die Jugendlichen wollen das Geld keineswegs behalten, sondern es wurde an SOS-Kinderdörfer gespendet. Damit auch Kinder, denen es vielleicht nicht ganz so gut geht, tolle Geschenke bekommen. Die Klasse bedankt sich herzlich bei allen, die dies durch ihren Einkauf ermöglicht haben.

Bild (S. Simon): Die Klasse 10Rb mit Klassenlehrer Jan Brosig.


Mathe? Ja, bitte!

OTS ehrt Schulsieger des diesjährigen Mathewettbewerbs

Fünf Schülerinnen und Schüler wurden jetzt an der Ohmtalschule (OTS) für ihre sehr erfolgreiche Teilnahme am Mathematikwettbewerb Hessen ausgezeichnet: Minh Chau Vu und Lorena Geisel (Gymnasialzweig), Romy Bräuer und Ben Stark (Realschulzweig) sowie Kiril Arman (Hauptschulzweig). Sie alle sind Schulsieger und nehmen somit an der zweiten Runde teil, die auf Kreisebene ausgetragen wird, wo sich dann die besten Teilnehmer für die Landesebene qualifizieren können. Die strahlenden OTS-Sieger erhielten eine Urkunde als Anerkennung für ihre Leistungen, Schulleiter Carsten Röhrscheid gratulierte herzlich.

Der Wettbewerb findet jedes Jahr in mehreren Runden statt. Die Aufgaben decken verschiedene Bereiche der Mathematik ab, die sich an den Lehrplänen der jeweiligen Schulformen und Jahrgänge 5 bis 8 orientieren. Sie sind darauf ausgelegt, logisches Denken, mathematische Fähigkeiten und Problemlösungskompetenz zu fördern. Die Einteilung erfolgt je nach Schulform, damit die Aufgaben dem jeweiligen Leistungsniveau angepasst sind.

Bild: Schulleiter Carsten Röhrscheid (links) und Mathematiklehrer Phillip Künz überreichten den Schulsiegern des Mathewettbewerbs ihre Urkunden. Der Schüler Ben Stark war am Tag des Fototermins leider krank.


Fix in die OTS getippelt

Wandergesellinnen erklären Schülern die Tradition der Walz

Kürzlich besuchten zwei Wandergesellinnen auf Einladung von Lehrkraft Martin Linke die Ohmtalschule. Die Schülerinnen und Schüler der Klassen 9b, 10G sowie einige weitere Interessierte erhielten dabei einen einzigartigen Einblick in das Handwerk und die jahrhundertealte Tradition der Wanderschaft, auch „Walz“ genannt.

Fanny, 27 Jahre alt, Schneiderin aus Niederbayern, ist seit zwei Jahren auf Wanderschaft. Pauli, 24 Jahre alt, Tischlerin aus der Nähe von Bremen, ist seit gut einer Woche unterwegs. Beide gehören dem „Freien Begegnungsschacht“ (FBS) an, einem Zusammenschluss von Handwerksgesellinnen und -gesellen, die auf traditioneller Wanderschaft sind oder waren. Der FBS wurde 1986 gegründet und setzt sich dafür ein, das Wissen und die Werte der Wanderschaft zu bewahren und weiterzugeben.

Die Wandergesellinnen berichteten den Schülern ausführlich über die Geschichte der Walz, die ihren Ursprung im Mittelalter hat und seit über 800 Jahren existiert. Früher war es sogar eine Pflicht für Handwerksgesellen, nach der Gesellenprüfung auf Wanderschaft zu gehen. Heute ist es eine besondere, freiwillige Tradition, die vor allem mit Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und dem Streben nach handwerklichem Können verbunden wird.

Dabei folgt die Walz strengen Regeln. Dazu gehört unter anderem, dass die Wandergesellen ohne Handy reisen und sich nur mit wenigen Hilfsmitteln wie Landkarten zurechtfinden dürfen. Sie starten ihre Reise mit nur 5 Euro in der Tasche und dürfen keine Ausgaben für Transport oder Unterkunft tätigen. Die Wanderschaft muss mindestens drei Jahre und einen Tag dauern, und dabei dürfen sie sich ihrem Heimatort nicht näher als 50 Kilometer nähern.

Ein weiteres wichtiges Detail ist das Gepäck: Die Wandergesellen tragen nur das Nötigste bei sich, das in einem speziellen Rucksack, dem „Charlottenburger“ oder auch „Charli“ genannt, verstaut wird. Dieser Rucksack ist ein unverkennbares Symbol der Wanderschaft.

Ein besonders spannender Teil des Vortrags war die Erklärung der Zunftkleidung, die auf der Walz getragen wird. Fanny und Pauli erzählten, dass die Zunftkleidung aus verschiedenen Teilen besteht, die jeweils eine besondere Bedeutung haben. Fanny trug rote Kleidung, da sie Schneiderin ist, und Pauli schwarze Kleidung, weil sie Tischlerin ist. Der Hut, der Teil der Zunftkleidung ist, darf nur zum Essen oder in der Kirche abgenommen werden.

Die verschiedenen Farben und Details der Zunftkleidung geben Auskunft über den Beruf und die Arbeit der Gesellinnen und Gesellen. So symbolisieren zum Beispiel acht Perlmutknöpfe auf der Weste acht Stunden Arbeit am Tag, sechs Knöpfe auf der Jacke stehen für sechs Arbeitstage in der Woche, und drei Manschettenknöpfe repräsentieren die drei Lehrjahre und die drei Jahre Wanderschaft. Die Zunftkleidung ist somit nicht nur Arbeitskleidung, sondern auch ein symbolisches Element der Walz.

Im Anschluss und während des Vortrags hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Davon wurde von den beeindruckten Schülerinnen und Schülern auch rege Gebrauch gemacht. Fanny und Pauli beantworteten alle Fragen geduldig und teilten dabei viele spannende Geschichten aus ihrem Leben auf der Walz. Besonders beeindruckend waren die Erzählungen über die Begegnungen, die sie auf ihren Reisen gemacht haben, und die vielen Handwerksbetriebe, die sie bereits kennengelernt haben.

Zum Abschluss des Besuchs erhielten die Wandergesellinnen noch einen Stempel in ihr Wanderbuch, der einzige Nachweis über die Etappen ihrer Reise.

Die Ohmtalschule bedankt sich herzlich bei Fanny und Pauli für ihren Besuch und die Möglichkeit, einen so interessanten und authentischen Einblick in die Welt der Wandergesellen und die Tradition der Walz zu erhalten.
Die Ohmtalschule wünscht Fanny und Pauli eine „Fixe Tippelei“!

Text: Martin Linke

Foto: Silvia Simon


Kreativ, humorvoll und mitreißend

,,Der Lebkuchenmann” in Marburg: Adventlicher Theaterbesuch der sechsten Klassen der Ohmtalschule

In der Vorweihnachtszeit haben die sechsten Klassen unserer Gesamtschule einen besonderen Ausflug unternommen: Gemeinsam besuchten sie das Landestheater Marburg, um im Erwin-Piscator-Haus das Stück „Der Lebkuchenmann” zu sehen.

Die kreative Inszenierung des „Lebkuchenmanns” begeisterte die Schülerinnen und Schüler von Anfang bis Ende. Mit viel Humor, fantasievollen Kostümen und mitreißenden Songs wurde die Geschichte des mutigen Lebkuchenmanns lebendig.

Neben dem kulturellen Erlebnis bot der Theaterbesuch auch die Gelegenheit, die Gemeinschaft der Klassen zu stärken und gemeinsam eine schöne Zeit zu verbringen. Der Ausflug war ein voller Erfolg und wird den Kindern sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben.

Ein besonderer Dank gilt dem Förderverein unserer Schule, der durch seine Unterstützung diesen besonderen Tag erst ermöglicht hat.

Wir freuen uns schon auf weitere spannende und lehrreiche Ausflüge in der Zukunft.

Bild: Jan Bosch


Mitfiebern und anfeuern

Julika Stumpf gewinnt Vorlesewettbewerb der Ohmtalschule

Erneut wurde in der Aula der Ohmtalschule mitgefiebert und angefeuert, was das Zeug hält. Denn erneut sorgte der jährlich stattfindende Vorlesewettbewerb der Jahrgangsstufe 6 für super Stimmung und viel Aufregung.
Drei Schülerinnen und ein Schüler stellten sich dem wohlgesonnenen Urteil der Jury und lasen zunächst aus selbst gewählten Texten: Lucy Krämer (Heidrun Wagner: „Would You Trust Me?“), Kim Krämer (J.K. Rowling: „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“), Nils Endres (Sven Gerhardt: „Mister Marple und die Schnüfflerbande“) und Julika Anni Matilda Stumpf (Kristina Ohlsson: „Glaskinder“).
Natürlich aufgeregt, aber souverän lasen sich die Vorleser durch ihre Texte, während ihre Klassen im Publikum Anfeuerplakate hochhielten und Daumen drückten, bis es schmerzte. Fairness für alle Teilnehmer war wie immer oberstes Gebot. Daher gab es keine Buhrufe, sondern viel Applaus für alle Kandidaten. Und so legte sich das Lampenfieber der vier Klassensieger relativ schnell. Auch beim zweiten Durchgang, als die Teilnehmer aus einem ihnen unbekannten Text (Astrid Lindgren: „Ronja Räubertochter“) lesen mussten.
Deutschlehrerin Silke Loogen-Leifhelm hatte wie in jedem Jahr alles liebevoll vorbereitet: Die Jury zusammengestellt, den „Fremdtext“ ausgewählt, die Aula liebevoll dekoriert und die Bücherpreise für alle Teilnehmer organisiert. Die Jury – bestehend aus den Vorjahressiegern Lilly Fitzner und Noah Graulich sowie den beiden Lehrkräften Katrin Gloth und Simone Amberg – taten sich angesichts der Darbietungen schwer, die oder den Besten zu ermitteln. Letztlich entschieden sie sich für Julika Stumpf als Siegerin, was bei ihrer Klasse frenetischen Applaus und Glücksgeschrei auslöste. Die Gewinnerin selbst konnte es kaum glauben und strahlte übers ganze Gesicht.
Letzten Endes haben jedoch alle Kinder gewonnen, da ist sich Organisatorin Silke Loogen-Leifhelm ganz sicher. „Alle Teilnehmer sind Sieger, denn die Schüler haben bei der Vorbereitung und Durchführung des Lesewettbewerbs viel Spaß und sie werden alle zum Lesen motiviert.“

Der Vorlesewettbewerb wird seit 1959 jedes Jahr von der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels in Zusammenarbeit mit Buchhandlungen, Bibliotheken, Schulen und kulturellen Einrichtungen veranstaltet. Rund 7000 Schulen und mehr als 600.000 Schüler/innen der 6. Jahrgänge nehmen bundesweit teil. Die jeweiligen Schulsieger kommen in die nächste Runde, wo sie gegen die Sieger anderer Schulen antreten.

Text: S. Simon

Bild: S. Loogen-Leifhelm


RTL dreht im Biologikum

OTS-Schüler geben Interviews zu ihrer Arbeit vor Ort

Das Biologikum Mittelhessen erneut im Fokus der Medien: Ein Kamerateam von RTL besuchte die kürzlich eröffnete Einrichtung, um einen Beitrag für das Regionalmagazin Hessen zu drehen. Bei dieser Gelegenheit waren die Schülerinnen und Schüler Lena, Liliana und Luca zusammen mit ihrem Biologielehrer Martin Linke vor Ort, um die Mitmach-Forschungsstätte vorzustellen.
Im Rahmen des Drehs wurden drei verschiedene Mitmach-Forschungsprojekte des Biologikums präsentiert. Zunächst ging es um das Projekt Regenwürmer, wobei die wichtige Rolle dieser Tiere im Ökosystem gezeigt wurde. Im Projekt Ökosystem Teich erfuhren die Anwesenden, wie ein Teich als kleiner Mikrokosmos funktioniert und welche Organismen dort miteinander in Wechselwirkung stehen. Zuletzt wurde das Projekt Umweltstress gezeigt, bei dem es darum ging, wie verschiedene Umweltfaktoren wie Verschmutzung das Leben im Gewässer beeinflussen können.
Im Anschluss wurden Luca, Lena und Liliana zu ihren Erfahrungen im Biologikum interviewt. Die drei Schülerinnen berichteten von ihren Eindrücken und der Begeisterung, die man bei den praktischen Experimenten und der Arbeit im Biologikum erleben kann. Sie betonten, wie spannend es sei, naturwissenschaftliche Zusammenhänge direkt zu entdecken und zu verstehen. Trotz des engen Zeitplans – der Dreh musste mit der Schulzeit abgestimmt werden – gelang es der kleinen Delegation, pünktlich zum Ende der 8. Stunde wieder zurück an der Ohmtalschule zu sein – mit wertvollen Erfahrungen und einem spannenden Einblick in die Fernsehwelt im Gepäck.

Text und Bild: Martin Linke


Eröffnung des Biologikums Mittelhessen

Ohmtalschüler stellen Lehr- und Forschungsstationen vor

Kürzlich wurde das neue Biologikum Mittelhessen feierlich eröffnet. Neben zahlreichen Gästen aus Politik und Wissenschaft waren auch Schulleiter Carsten Röhrscheid und einige Schülerinnen und Schüler der Ohmtalschule zusammen mit Biologielehrer Martin Linke bei der Eröffnungsveranstaltung dabei.
Das Biologikum Mittelhessen ist eine Mitmach-Forschungsstätte für Schülerinnen und Schüler aus der Region. Angeboten werden verschiedene Indoor- und Outdoor- Forschungsprojekte, die von Studierenden der Universitäten Marburg und Gießen betreut werden. Das Biologikum will die Biologie mit allen Sinnen erfahrbar machen und dadurch ein tieferes Verständnis der Natur und Umwelt ermöglichen. Die Ohmtalschule kooperiert schon seit vielen Jahren sehr erfolgreich mit dem Forschungszentrum in Neu-Ulrichstein.
Aus der Kooperation sind schon einige Forschungsprojekte, wie Teich-, Bakterien- und Regenwurmprojekt, hervorgegangen. Zu Beginn der Eröffnungsveranstaltung begrüßten Prof. Dr. Klaus Peter Ebke vom Forschungszentrum Neu-Ulrichstein (FNU), Regierungspräsident Dr. Ulrich, Landrat Dr. Mischak, die Bürgermeisterin der Stadt Homberg (Ohm), Simke Ried, Prof. Dr. Martin Kramer, der Vizepräsident der Justus-Liebig-Universität Gießen und Carsten Röhrscheid die anwesenden Gäste und Besucher und würdigten das neue Biologikum Mittelhessen und seine Bedeutung für die Region. Schülerinnen und Schüler präsentieren Forschungsprojekte.
Im Anschluss an die Grußworte hatten die Schülerinnen und Schüler, darunter Luca, Emely und Amelia aus dem Jahrgang 6 sowie Lena, Liliana und Lana aus dem Jahrgang 9, die Gelegenheit, gemeinsam mit Studierenden der Universität Marburg und Gießen den anwesenden Gästen und Besuchern zwei Lehr- und Forschungsstationen vorzustellen. Die erste Station widmete sich dem Thema Klimawandel und untersuchte, welche Auswirkungen dieser auf Gewässerorganismen hat. Kleine, aber aufschlussreiche Experimente ermöglichten den Besuchern einen tieferen Einblick in den ökosystemaren Wandel und zeigten, wie empfindlich Gewässerorganismen auf Veränderungen in ihrer Umwelt reagieren. Die zweite Station beleuchtete das Thema Umweltstress und zeigte auf, wie Gewässerorganismen mit Schadereignissen in ihrer Umgebung umgehen. Die Schülerinnen und Schüler und Studierenden führten Experimente durch, die den Zusammenhang zwischen Umweltbelastungen und den Reaktionen der Organismen verständlich machten.
Den Höhepunkt der Eröffnungsfeier bildete die Vorstellung des Konzepts des neuen Biologikums durch Prof. Dr. Harald Lesch, der mit seiner Expertise in Wissenschaftskommunikation die Vision und Ziele des Biologikums erläuterte.

Text und Bild: Martin Linke


Einfach Lust auf Schule


Lehrerin Petra Ebert denkt auch mit 66 Jahren noch lange nicht ans Aufhören
In Deutschland fehlen allerorten Lehrkräfte, die Zahlen dazu sind alarmierend. Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtet, fehlen im laufenden Schuljahr bundesweit insgesamt 14.466 Lehrer und Lehrerinnen. Und die Prognosen für die Zukunft – so unterschiedlich die Zahlen auch sein mögen – sehen leider nicht besser aus.
Schüler leiden unter Unterrichtsausfällen, die Corona-Jahre haben zum Teil deutliche Spuren im Leistungsvermögen der Kinder und Jugendlichen hinterlassen. Auf der anderen Seite freuen sich die allermeisten Lehrkräfte auf den wohlverdienten Ruhestand, denn die stetig gestiegenen Anforderungen und Belastungen sowie viele Probleme innerhalb des Schulwesens haben bei vielen deutliche Spuren hinterlassen.
Bei Petra Ebert ist das irgendwie anders. Seit 1997, als die Hombergerin ihre erste feste Stelle an einer Gießener Schule bekam, ist sie unermüdlich im Dienst. Und sie hat noch lange nicht vor, damit aufzuhören. Denn obwohl sie vor den Sommerferien 2024 an der Ohmtalschule (OTS) feierlich in den offziellen Ruhestand verabschiedet wurde – mit vielen Dankesworten, Umarmungen, Händeschütteln, Blumen und allem, was sonst noch dazu gehört – sitzt die Pädagogin immer noch tagtäglich im Klassenzimmer, um mit Schülern die Grundlagen der Rechtschreibung und der Mathematik oder die Stolperfallen der englischen Sprache zu besprechen. „Ich habe einfach Lust auf Schule!“, sagt die 66-Jährige. „Die Arbeit mit den Kindern macht mir viel Freude! Und ich habe die Energie.“
Letzteres wissen Schüler und Kollegen nur zu gut. Frau Ebert ist immer da. Frau Ebert hat immer ein offenes Ohr. Und Frau Ebert weiß immer Rat. Jahrelang hat sie als Leiterin des OTS- Fachbereichs Arbeitslehre Schülern geholfen, das passende Praktikum, eine gute Ausbildung und den richtigen Betrieb zu finden. Hat gut funktionierende und sehr wichtige Verbindungen geschaffen zwischen heimischer Firmenwelt und Ohmtalschule. In der Werkstatt mit Kindern und Jugendlichen gehämmert, gesägt und gebohrt. Als Deutschlehrerin bis zum Umfallen Groß- und Kleinschreibung und Texte lesen durchexerziert.
Mindestens ebenso wichtig ist das, was die Schüler bei ihr außerhalb des Lehrplans lernen. Pünktlich kommen. Höflich sein. Freundlich fragen. Handy weg. Kaugummi raus. Kappe ab. Richtig zuhören. Und vor allen Dingen: Gas geben. Damit man seine Träume später auch verwirklichen kann. Damit man einen Beruf lernen kann, der Spaß macht. „Voll streng, Frau Ebert!“ – dachten da sicherlich einige. Stimmt, aber eben auch die richtige Vorbereitung aufs Berufsleben.

Petra Ebert selbst war Schülerin der Ohmtalschule und weiß, wie wichtig und weitreichend die Arbeit von guten Lehrern ist. Die dortige langjährige Lehrerin Christiane Gans nennt sie ihr Vorbild. „Sie hat mich immer wieder motiviert durchzuhalten“, sagt Ebert. Bereits damals entstand der Wunsch, Lehrerin zu werden. Dank Schüler-BaföG gelang das auch. 1976 folgte das Abitur, dann allerdings erst mal vier Semester Geologie. „Dann gab es ein neues Fach, Polytechnik/Arbeitslehre, als praktische Lebenshilfe und Vorbereitung zur Berufswahl“, erinnert sich die Pädagogin. Doch als sie fertig studiert hatte, waren alle Stellen besetzt. Es folgten verschiedene Stationen: Vertretungen an Schulen, Mitarbeit im Projekt „Arbeit und Bildung statt Sozialhilfe“ in Alsfeld, mehrere Jahre am Modellprojekt „Probierwerkstatt“ mit Mädchen aus sozialen Brennpunkten in Gießen, schließlich Arbeit an der Theodor-Litt-Schule in Gießen. Den richtigen Umgang mit Jugendlichen, die vielleicht nicht ganz so motiviert beim Lernen sind, hat Petra Ebert in der außerschulischen Jugendsozialarbeit gelernt. In der Arbeit mit reinen Jungsklassen, mit Straftätern oder ehemaligen Drogenabhängigen. Mit Mädchen, die zuhause keinerlei Unterstützung erhalten.
Im Jahr 2000 dann die Rückkehr nach Homberg, einschließlich Hauskauf: Die gebürtige Ober- Ofleidenerin macht Referendariat an der OTS und erhält eine feste Stelle mit Klassenleitung. Schon damals war Petra Ebert sehr vielfältig, unterrichtete unter anderem Werken, Arbeitslehre, Geschichte, Powi, Deutsch, Kunst und Hauswirtschaft … „Ich habe alles genommen, was ich kriegen konnte“ sagt sie und lacht. Unzählige Abschlussklassen hat sie betreut, vor allem im Hauptschulzweig. „Im Nachhinein muss ich sagen, ich habe von den Umwegen, die ich genommen habe, stark profitiert. Man lernt den Lehrerberuf sehr zu schätzen. Und ich habe viel gelernt in der Jugendsozialarbeit, was mir später sehr geholfen hat.“
Statt den wohlverdienten Ruhestand zu genießen, joggen zu gehen, zu lesen oder sich intensiv um den Garten zu kümmern, arbeitet die Mutter zweier erwachsener Kinder nun also noch immer an der OTS, mit zurzeit 19 Stunden pro Woche. „Frau Ebert ist eine engagierte, leidenschaftliche Pädagogin. Für sie ist der Lehrerberuf eine echte Berufung“, lobt Schulleiter Carsten Röhrscheid. Es sei daher nur folgerichtig, dass sie dieser Berufung auch nach ihrer Ruhestandsversetzung nachgehen wolle. „Welches Glück für die Ohmtalschule, dass sie das hier tut“, so Röhrscheid.
Petra Ebert arbeitet an einem im Aufbau befindlichen Projekt, das so ganz nach ihrem Geschmack ist: Die „Lernoase“. Dabei handelt es sich um einen gemütlich eingerichteten Förderraum mit vielfältigen Lern- und Fördermaterialien, in dem einzelne Schüler der 5. Klassen in ruhiger Atmosphäre und mit Eberts Unterstützung Unterrichtsinhalte durch- oder nacharbeiten können. Individuelle Defizite sollen dabei gezielt beseitigt werden, indem sich Schüler mit Arbeitsaufträgen aus den Hauptfächern in diesen ruhigen Raum zurückziehen können.
„Das Projekt liegt mir sehr am Herzen“, sagt Petra Ebert. „Es macht Spaß, sich mit Ideen einzubringen, etwas voranzubringen, nachhaltig und zielstrebig zu arbeiten.“ Die schöne „Ruhebank“, die Petra Ebert zu ihrem Abschied im Sommer von Schülern der Abgangsklassen geschenkt bekam, muss deshalb wohl noch eine Weile ohne sie auskommen.

Text und Bilder: S. Simon


Gesamtschule des Vogelsbergkreises