Alle Beiträge von Silvia Simon

Bunter Abend an der Ohmtalschule

Das ganze Schuljahr über findet ein Ereignis immer wieder seinen Weg in die Gespräche von Schülern und Lehrern der Ohmtalschule, welches mittlerweile zu einer kleinen Berühmtheit im Schulalltag geworden ist: der Bunte Abend. Eine Veranstaltung, die zugleich unterhaltend, berührend und ja, tatsächlich, kunterbunt ist. Und damit einen schönen Einblick ins Schulleben an der OTS gewährt.

Auch in diesem Jahr gab es wieder große Aufmerksamkeit und Vorfreude. Viele Eltern, Kollegen sowie aktuelle und ehemalige Schüler hatten sich auf den Weg zur Aula der OTS gemacht. Nach der musikalischen Eröffnung, geleitet von Lehrerin Ute Tondar, trugen die Schülerinnen und Schüler der 6. Klassen ein außergewöhnliches Theaterstück vor. Eine moderne Neuinterpretation des Märchens Dornröschen, gespickt mit einer Prise Humor, brachte den Saal nicht nur einmal zum Lachen.

Nach weiteren Gesangs- und Tanzvorstellungen wurde eine kleine Pause gemacht, bei der sich das Publikum mit frischen Getränken, leckerem selbst gemachtem Gebäck und einer interessanten Ausstellung rund um das Schulleben, die von Schülern zusammengestellt worden war, erfreute. Unter anderem fand eine Reihe von Plakaten, welche sich mit den Figuren der wundersamen und mystischen Welt der Roman- und Filmfigur „Harry Potter“ auseinandersetzten, großen Anklang bei den Besuchern.

Gestärkt von den Leckereien füllte sich der Saal wieder und die Zuschauer waren bereit für die zweite Hälfte des Abends. Weitere spannende Programmpunkte wie zum Beispiel Lesungen der AG für Kreatives Schreiben oder Gesangseinlagen beeindruckten so manches Elternteil und trugen ihren Teil zu einem weiteren schönen Bunten Abend an der Ohmtalschule bei.

Text: Julian Arnold (Presse AG)

Bilder: Stefan Falk


Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!

„Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!“ Ein Spruch, den man dieser Tage aufgrund des Fußballs immer wieder zu hören bekommt. Doch für die Abschlussklassen 10Ra, 10Rb und 9H der Ohmtalschule (OTS) nahm er eine ganz andere Bedeutung an: Ihre Abschlussfahrt in die deutsche Hauptstadt! Seit Jahren hatten die Schüler von ihr gesprochen und so war ihnen ein vorfreudiges Grinsen am Morgen der Abfahrt nicht zu nehmen, denn endlich ging es los.

Nach einer mehrstündigen Fahrt mit einigen Pausen machten sich die Schüler direkt auf den Weg zu einer der Hauptattraktionen, die diese Kulturhauptstadt zu bieten hat, den Reichstag. Nach der ein oder anderen humorvollen Debatte über die Kleidungswahl so mancher Schüler erwartete die Homberger eine informative Dreiviertelstunde im Plenarsaal des Bundestags, wo ihnen die Hintergründe des deutschen Politikbetriebes näher gebracht wurden. Den Abschluss bildete der Besuch der berühmten Glaskuppel, die einen wunderbaren Rundumblick über die Dächer Berlins ermöglicht.

Am folgenden Tag konnten sich die Schülerinnen und Schüler auf lustigen Badespaß im berühmten Tropical Island freuen. Das gigantische Badeparadies in Brandenburg bietet jede Menge Spaß für die ganze Familie, an dem sich auch die Abgänger erfeuten. Auch der Besuch der legendären Blue Man Group stellte sich als eines der Highlights der Klassenfahrt heraus. Die verspielten Lichtkünste und der außergewöhnliche Humor der talentierten Darsteller zeugten von echter Liebe zum Detail und unterhielten die Zuschauer in sagenhafter Weise – der einen oder anderen Schmiererei und Spritzerei mit Wasser und Farbe zum Trotz.

Ebenfalls sorgte der Besuch der nur zwei Minuten vom Hostel entfernten Gedenkstätte des Stasi-Gefängnisses Hohenschönhausen für Aufsehen und Interesse bei den Schülern. Die Führung durch die ehemaligen Zellen und eine Filmvorführung brachte den Schülern ein Stück deutscher Geschichte näher, ebenso wie die interessante Stadtrundfahrt samt Besuch des berühmten Brandenburger Tors.

Zweifellos stellte aber eines für die meisten Schüler den wichtigsten Programmpunkt dar: der Besuch des Bundeskanzleramts inklusive einer Frage- und Antwortrunde mit dem Chef des Bundeskanzleramts und damit sozusagen der rechten Hand von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Prof. Dr. Helge Braun. Der aus Gießen stammende Politiker zeigte sich beeindruckt von den interessierten Fragen und bescheinigte den Homberger Schülern, politisch „tiptop“ informiert zu sein. Eine Führung durchs Kanzleramt und Selfies mit Helge Braun rundeten diesen Höhepunkt der Reise ab.

Am letzten Abend kamen die Klassen ein letztes Mal zusammen, um beim Essen in einem schönen Restaurant die Fahrt Revue passieren zu lassen. Nach dem Frühstück ging es dann direkt los und zurück in die Heimat. Mit zufriedener und fröhlicher Miene tauschten die Abgänger im Bus Geschichten und Anekdoten aus, die sie in Berlin erlebt hatten. Sie blickten gemeinsam auf eine schöne und gelungene Klassenfahrt zurück, die den Abschied von der Ohmtalschule mit einer zweifelsohne schönen Erinnerung prägt.

Text: Julian Arnold (Presse AG)

Bilder: Bundeskanzleramt, OTS


Skifreizeit im Zillertal

Erstmals fuhren Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 7 der Ohmtalschule Homberg in Kooperation mit der Gesamtschule Mücke zum Skifahren nach Zell im Zillertal. 48 Schüler und sieben Sportlehrer, Skilehrer sowie Snowboardlehrer freuten sich über beste Schnee- und Witterungsverhältnisse, die sich manch einer angesichts der momentanen Hitze sicherlich zurückwünscht.
Die Skifahrer wurden in Anfänger-, Fortgeschrittenen- und Könnergruppen eingeteilt. Zudem gab es noch zwei Snowboard-Anfängergruppen. Neben dem Ski- und Snowboardfahren am Tag gab es am Abend noch zahlreiche Aktivitäten, wie Rodeln, ein abendfüllendes Quiz zum Skifahren und einen Hüttenabend. Des Weiteren wurde den Schülern der Natur- und Gefahrenraum Alpen nähergebracht. Wie verhalte ich mich auf der Piste? Was muss ich bei Unfällen auf der Piste tun? Wie gefährlich sind Lawinen und wie muss ich mich verhalten, damit ich keine Lawinen auslöse? Wieso ist die Gefahr eines Sonnenbrandes oder von Schneeblindheit in den Alpen erhöht?

Der Förderverein der Ohmtalschule hat die Fahrt mit 500 Euro unterstützt. Alle Beteiligten waren sich einig: Eine gemeinsame Skifreizeit der Gesamtschulen Mücke und Homberg sollte im nächsten Jahr wieder stattfinden.

Text und Bild: OTS


Natur, Schönheit und Leid

Preisträger des OVAG-Literaturwettbewerbs lesen an der OTS

Getuschel und Flüstern breitete sich unter den Schülern der 8. Klasse aus, welche sich zu einer Lesung im Rahmen des jüngsten OVAG-Literaturwettbewerbs in der Aula der Ohmtalschule (OTS) versammelten. Wie im letzten Jahr durften die Kinder wieder Zeuge einiger wahrer Talente an Stift und Papier werden, wenn Preisträger des Wettbewerbs auf dem Podium Platz nehmen und ihre Werke vorlesen.

Nach einer kurzen Ansprache von Lehrerin Silke Loogen-Leifhelm, die den Hintergrund des Wettbewerbs erklärte, ging es auch schon los. Laura Nold ließ sich auf dem Podium nieder. Auf eine Vorstellung ihrerseits folgte das Nennen des Titels ihrer Geschichte: „Heimweg“ sprach sie in das Mikrofon und begann mit voller Hingabe regelrecht über das Papier zu fliegen. Es ist eine Geschichte rund um die Gewalten der Natur. Aus der Ich- Perspektive erzählt sie von der Demut und der Entkräftung des menschlichen Geistes gegenüber Einflüssen wie Kälte oder auch Hitze.

Die zweite Geschichte, erzählt von Laura Predota, handelt von einem Thema, mit dem gerade junge Menschen viel anfangen können: dem Drang nach Schönheit und Perfektion. Eine Erzählung voller gut nachvollziehbarer Tatsachen. Sie handelt von einer Frau, die mittels ihrer Kleidung aufs Erbarmungsloseste versucht ihre Problemzonen zu verdecken, etwa den rundlichen Bauch oder das Doppelkinn.

In der dritten und letzten Geschichte dreht sich alles um das Leben und Leiden im Jugendwerkhof Torgau zur Zeit der DDR. Eine Erzählung voller Leid, Einsamkeit und Trauer. Sie behandelt das Zerfallen der Psyche und die Schädigung des menschlichen Geistes, die Absicht zur vollkommen Isolierung und einem Dasein in Haft. Geschrieben wurde sie von Anna Wecker und trägt den Namen „Das Leben in der Hölle auf Erden“ – ein wahrhaft passender Titel.

Alles in allem waren es spannende Stunden für die Schüler, die Lust auf mehr machten und eventuell das ein oder andere Talent am Papier hervorbringen könnten.

Text und Foto: Julian Arnold (Presse AG)



Geister und Grusel

„Kinder Tourneeoper Mannheim“ spukt für Grundschüler

Ein wahrhaft ungewohntes Bild bietet sich dem Beobachter, als er einen neugierigen Blick in die Aula der Ohmtalschule wirft. Kleine Kinder, umhüllt in geisterhafte Gewänder, wie sie durch die Gegend schleichen und gemeinsam glücklich singen. Natürlich spukt es an der Schule nicht, nein – die „Kinder Tourneeoper Mannheim“ ist zu Gast und hat etwas ganz Besonderes für die Homberger Grundschüler im Gepäck.

„Edgar und das Schlossgespenst“ heißt das Musicalstück, das die Kleinen an diesem Vormittag genießen konnten. Präsentiert von waschechten Opernsängern geht es in diesem schaurig-schönen Stück um Edgar, der von seiner Tante das gruselige Geisterschloss Kettenrasselstein erbt. Doch das ehemalige Zimmermädchen Violetta der besagtenTante treibt dort noch immer ihr Unwesen und will sich ihr Zuhause nicht streitig machen lassen. Darauf gehen die beiden eine Wette ein: ein Gruselduell! Der Gewinner behält das Erbe des Schlosses, wohingegen der Verlierer nie wieder einen Fuß in das alte Gemäuer setzen darf. So geht das Gruseln auch schon los. Kettenrasseln, Kerzenflackern und eine weiße Dame, die in den Gängen des Schlosses umherwandelt…

Unterlegt von klassischer Instrumentalmusik und mit sehr talentierten Darstellern gestaltete sich der Vormittag für die kleinen Schüler höchst unterhaltsam – wobei einige von ihnen auch als Violettas gruselige Geisterfreunde ein Teil der schaurigen Vorstellung werden und dabei auch laut mitsingen konnten.

Text und Bild: Julian Arnold (Presse AG)




Würzig und feurig durch Wüsten und Berge

Yale Strom an der OTS – Klezmer-Klänge aus USA in der Aula

Musik spielt im Leben von uns allen eine große, bedeutende Rolle. Es ist womöglich die meist verbreitete und beliebteste Möglichkeit, seinen Gefühlen und Emotionen freien Lauf zu lassen. Musik hat viele Genres, bei denen für jeden etwas dabei ist, ebenso einige Unterkategorien. Doch von Klezmer-Musik haben viele Schüler bisher kaum etwas gehört. Das war bis vor kurzem an der Ohmtalschule (OTS) nicht anders. Jetzt wissen sie: Klezmer ist nicht mehr und nicht weniger als jüdische Volksmusik. Sie hat schnelle Töne und klingt würzig, mit ihrem zumeist feurigen Tempo hat sie einen hohen Wiedererkennungswert.

Die aus San Diego stammende Klezmer Band „Hot Pstromi“ stoppte während einer Tournee quer durch Europa für ein Konzert in der Aula der Ohmtalschule. Eine vorerst zumindest misstrauische Mimik angesichts der unbekannten Musikrichtung war den Schülern gewissermaßen anzusehen. Yale Strom, der Kopf der Band, hat sich neben der Klezmermusik mit Filmen und anderen Dingen bereits einen Namen gemacht. Zusammen mit seinen Freunden und seiner Gattin Elizabeth Schwartz, die ebenfalls am Konzert teilnahm, bildet er ein unschlagbares musikalisches Team.

Nach einigen hochinteressanten Stücken, die unter anderem von Bergen und Wüsten erzählen, brachte er den Schülern mit einer Mischung aus Deutsch und Englisch die Musikrichtung und damit verbunden die jüdische Kultur Stück für Stück näher. Dabei ließ er die Jugendlichen auch das ein oder andere Mal selbst zu Wort kommen und ihre eigenen Erfahrungen und „Musikgeschmäcker“ in die Veranstaltung miteinfließen. Im Anschluss daran offenbarte Elizabeth Schwartz dem Publikum erstmals ihr großartiges Gesangstalent und sang neben einigen berühmten jüdischen Volksliedern eine Erzählung der Kartoffel, eine der wichtigsten Bestandteile der jüdischen Küche und des Chanukkafestes.

Als der letzte Text gesungen und der letzte Ton abgeklungen war, verabschiedete sich „Hot Pstromi“ auch schon wieder aus der Ohmtalschule und beendete somit ein Konzert, das die Meinung und Geschmäcker vieler mit großer Sicherheit verändert hat. Insgesamt ein wirklich tolles Konzert, welches Schülern und Lehrern die Vielseitigkeit und Raffinesse der jüdischen Kultur offenbarte.

Text und Foto: Julian Arnold (Presse AG)

Das Foto zeigt OTS-Schulleiter Carsten Röhrscheid bei der Vorstellung der Musiker in der Aula.



Gekurbelt, was das Zeug hält


Tischkicker-Turnier an der Ohmtalschule – 10G-Schüler erhalten begehrte Trophäe

Das Krachen der Spielbälle in die Tore der Tischkicker, Lachen von Schülerinnen und Schülern und der Duft von frischen Leckereien – all das bestimmte das Tischkicker-Turnier 2019 in der Aula der Ohmtalschule (OTS). In den Pausen ein beliebtes Freizeitvergnügen, ziehen die Tischfußbälle an diesem Tag jegliche Aufmerksamkeit auf sich mit der Frage, wer dieses Jahr die begehrte Trophäe in die Höhe recken kann. Die Schülervertretung der OTS hatte mit der Schulsozialarbeit die Veranstaltung organisiert.

Dazu stellte jede Klasse der 9. und 10. Jahrgangsstufe sowie Klassen der Pestalozzischule jeweils Teams auf, bestehend aus je zwei Schülern. An den Kurbeln wurde dann in einer Gruppenphase, die je aus drei Teams bestand, ausgespielt, wer in die begehrten K.O.-Phasen einziehen kann. Schon zu diesem Zeitpunkt zeichneten sich klare Favoriten ab, bei denen beispielsweise die erste Mannschaft der 10Rb gegen die 7. Klasse der Pestalozzischule mit einem satten 10:0 gewinnen konnte, wie auch ihr Gruppenkonkurrent der 10G, der ebenfalls einen klaren Sieg erringen konnte.

Währenddessen wurden von den übrigen Schülern zahlreiche Leckereien angeboten und verkauft. Gebäck, Schokolade, Crêpes und Getränke soweit das Auge reichte. Ein Paradies für waschechte Naschkatzen. So hatte jede Klasse ihr eigenes Angebot, welches sie sich vorher bei einer SV-Stunde ausgedacht hatte. Dabei wurden keine Kosten und Mühen gescheut und die Schülerinnen und Schüler legten sich voll ins Zeug.

Im späteren Turnierverlauf flogen hoch gehandelte Titelkandidaten gegen die beiden späteren Finalisten mit gerade mal einem Tor Unterschied aus dem Wettbewerb. So kam es in der Konstellation zu einer Premiere an der Ohmtalschule. Im Endspiel um den begehrten Pokal trafen die erste und die zweite Mannschaft der 10G aufeinander. Dank des Technikteams bestehend aus Max Kube und Manuel Schneider aus der Klasse 10 Ra wurde die Partie sogar per Live-Übertragung auf eine große Leinwand übertragen. Passend dazu sorgten die neue „UBUS“-Kraft der OTS (UBUS steht für „Unterrichtsbegleitende Unterstützung durch sozialpädagogische Fachkraft“) Stefanie Walter und Holger Schäddel von der evangelischen schulbezogenen Jugendarbeit, die das Turnier sehr engagiert und liebevoll organisiert hatten, als Kommentatoren für die perfekte Sport- und Wettkampf-Atmosphäre.

Nach einer spannenden Partie konnte sich die erste Mannschaft der 10G im sogenannten „Gymnasial-Derby“ gegen ihre Klassenkameraden durchsetzen. Mit großem Stolz und einer klar abzulesenden Freude in ihrer Mimik nahmen Jakob und Janik die glänzende Trophäe entgegen. Die Sieger eines ebenfalls von der Schülervertretung (SV) veranstalteten Kostümwettbewerbs bekamen einen Gutschein für den Musikdienst Spotify überreicht. Ein insgesamt gelungener Tag für die Schüler der Ohmtalschule und für die beiden Gewinner ein Sieg, an den sie sich mit Sicherheit noch lange erinnern werden.

Text: Julian Arnold (Presse AG)
Bilder: Silvia Simon


Besuch am „Ort des Todes“

Abschlussklassen der OTS besichtigen Gedenkstätte Buchenwald

Gute Laune und Gelächter herrschten noch im Reisebus. Hier wurde dem Klassenkameraden ein amüsantes Video auf dem Smartphone gezeigt und dort wurden süße Naschereien herumgereicht. Eine gute Stimmung zeichnete den bisherigen Tagesverlauf der Klassen 10 Ga, 10 Rb, 10 Ra und 9H der Ohmtalschule aus. Doch diese wurde durch die Worte von Lehrer Herbert Kress, dass links der Ettersberg samt Holocaust-Denkmal zu sehen ist, in eine bedrückende Stille überführt. Am Ziel ihrer Reise angekommen erwartete die Schüler ein Anblick, den sie so rasch nicht wieder vergessen: Die Gedenkstätte des Konzentrationslagers Buchenwald.

Der zynische Spruch „Jedem das Seine“ steht am Tor, das den Zugang zu einem Ort gewährt, der für viele tausende von Menschen einen qualvollen Tod bedeutete. Ein Spruch, welcher im eigentlichen Sinne recht wenig Spielraum für Interpretationen bietet. Für die Nationalsozialisten barg er jedoch allem Anschein nach ein perverses, halluziniertes Recht, jedes Individuum, das nicht Teil ihres Weltbildes ist, restlos auszulöschen. Zwar fehlen die Baracken, in denen die Häftlinge aufs Menschenunwürdigste zusammengepfercht wurden heute, jedoch zerrte dies nicht an dem Bild des Schreckens, das den Besuchern vermittelt wurde. Andere wichtige Lagerteile hingegen, wie zum Beispiel das Krematorium oder Teile des Zoos blieben original erhalten. Letzterer war ein beliebtes Freizeitvergnügen für den Lagerkommandanten Karl Otto Koch, seine Kinder und Gattin Ilse Koch, welche als „Hexe von Buchenwald“ in die Geschichte einging.

Die OTS-Schüler auf dem Weg zum Krematorium der Gedenkstätte Buchenwald.

Ein paar Meter links hinterm Eingang befindet sich eine Trauertafel aus Edelstahl: das „Denkmal an ein Denkmal“, welches von Horst Hoheisel und Andreas Knitz errichtet wurde. Auf ihr wurden sämtliche Nationalitäten und Volksgruppen eingraviert, denen die ungefähr 56.000 Todesopfer angehörten. Aus Angst jedoch, dass eine Nationalität vergessen werden könnte, wurde noch ein bestimmtes Element in die Tafel eingebaut. Die Stadtwerke Weimar beheizen die Tafel auf exakt 37 Grad – die Körperwärme eines Menschen, die uns allen gemeinsam ist. Ein Andenken der besonderen Art, das den gleichen Wert eines jeden symbolisiert.

An den ehemaligen Unterkünften der Lagerführung vorbei, verabschiedeten sich die Schüler von einem Ort, der von Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einem Besuch als „Ort des Todes“ bezeichnet wurde. Nach einer sehr informativen Filmvorführung samt Rundgang setzten einige Schüler ihre bedrückte und nachdenkliche Miene eine Zeit lang nicht mehr ab.

Buchenwald ist, wie alle anderen Konzentrationslager auch, mehr als eine historische Gedenkstätte. Es ist ein Mahnmal der Schande. Ein Zeugnis der Verbrechen der deutschen Geschichte und des tiefsten Abgrunds der menschlichen Seele. Es soll als Beispiel dienen, für Generationen, die weder vergessen noch verzeihen können und sollten, dass sich eine derartige Tragödie abspielte.

Text: Julian Arnold (Presse AG)

Bilder: Julian Arnold, Emma Puley

Sehr gute Leistungen gezeigt

Schüler der zehnten Realschulklassen legen Präsentationsprüfungen ab

(si). Was können Feuerwehren gegen Mitgliederschwund tun? Was ist ein Schwarzes Loch? Welche Auswirkungen hat der Treibhauseffekt auf unser Klima? Und brauchen wir heute tatsächlich noch Feminismus? Spannenden Fragen wie diesen gingen die Schüler der 10. Realschulklassen der Ohmtalschule in ihrer Präsentationsprüfung nach. Wochenlang hatten sie sich auf ihre mündliche Abschlussprüfung vorbereitet, um dann in einem Kurzvortrag zu zeigen, wie gut sie sich in ihr Thema eingearbeitet haben. Dabei wurden unter anderem die Themen Schattenkaiser Wilhelm II, Vereinshistorie von Eintracht Frankfurt, Die Rolle des Osmanischen Reichs im Ersten Werltkrieg, Kinderarmut in Deutschland, Der Sozialstaat, Delfintherapie, Industrie 4.0 und Psychische Erkrankungen in der Kunst vorgestellt. Am Ende gab es für viele Schüler aus 10 Ra und 10 Rb die Traumnote „sehr gut“: Manuel Schneider, Lorena Kraft, Max Kube, Luana Bonu, Johanna Schneider, Alicia Garncarz, Kaan Ay, Anna-Lena Schneider, Julian Arnold, Lukas Müller, Julian Henkelmann, Noah Weber, Daniela Maininger, Selina Kusch, Tilman Pott und Mischa Simonides.

 

Gänsehaut-Momente beim„Feier-Abend“

25-jähriges Bestehen der Stadt- und Schulbibliothek – Texte, Musik und Theater

Gänsehaut-Musik, stimmungsvolle Klavierstücke und immer wieder Texte – und was für welche! Mit einem umfangreichen und sehr gelungenen Bühnenprogramm wurde an der Ohmtalschule (OTS) das 25-jährige Bestehen der Stadt- und Schulbibliothek gefeiert. In der Aula kamen zahlreiche Gäste zusammen, darunter Eltern, Schüler, Lehrer und ehemalige Kollegen, Freunde und Nutzer der Bibliothek, Vertreter des Magistrates und der Stadt sowie natürlich jede Menge Autoren.

„Der Hauptdarsteller heute Abend ist das Buch“, betonte jedoch Schulleiter Carsten Röhrscheid und bescheinigte dem Hauptdarsteller trotz aller Unkenrufe eine Zukunft. „Ein Buch ist etwas ganz Besonderes, das kann ich in die Hand nehmen und anfassen, deswegen können E-Books es nicht ersetzen.“ Röhrscheid betonte, wie froh er sei, dass die Bibliothek an der Schule angesiedelt sei. „So können Kinder und Jugendliche für Bücher begeistert werden.“

Die Zahlen sprechen für sich: 19.000 Medien sind in der Stadt- und Schulbibliothek (in der OTS liebevoll „Bibo“ genannt) verfügbar, davon 18.000 Bücher. Fast 500 jugendliche Leser sind im System, über 800 Nutzer gibt es insgesamt. Jüngst wurden rund 7.000 Entleihen im Jahr gezählt. Den Hauptanteil der Einrichtung trägt die Stadt Homberg.

Nach so viele Zahlen und Fakten wurde es auf der Bühne bunt. Das Jugendblasorchester der Freiwilligen Feuerwehr demonstrierte eindrucksvoll, was die Kinder in kürzester Zeit gelernt haben. Die „Töffels“, der Mädchenchor der Klasse 8 G, sorgte mit professionellem Gesang für Gänsehaut bei den Zuhörern. Die ehemaligen Schüler Yannis Schlosser (Klavier) und Stella Jantosca (Poetry Slam) zogen ihr Publikum ebenfalls in den Bann. Und das „Bibo-Team“ unter Leitung von Lehrerin Silke Loogen-Leifhelm, die den „Feier-Abend“ sehr engagiert organisiert hatte, zeigte ein Erzähltheater.

Und dann erst die Texte! Die „Schreib-Gang“, bestehend aus Teilnehmern der schulischen AG „Kreatives Schreiben“ unter Leitung von Karin Fei präsentierte äußerst unterhaltsame Schicksale einer henkellose Tasse, frei nach einer Kurzgeschichte von Heinrich Böll. Die Homberger Nachwuchsautorin Jennifer Roos, die bereits zu Kindergartenzeiten Stammleserin der Bibo war und bereits während ihrer Zeit als OTS-Schülerin für ihre Texte ausgezeichnet wurde, las einen faszinierenden Text über die Wahrnehmung des eigenen Ichs.

Angesichts dieser geballten Häufung junger Talente zeigte sich denn auch die bekannte Schriftstellerin und Drehbuchautorin Astrid Ruppert sehr beeindruckt. „Bibliotheken sind magische Orte und wichtig für die Perönlichkeitsentwicklung“, mahnte Ruppert. Getreu dem Frank-Zappa-Zitat auf ihrer Homepage „A mind is like a parachute. It does not work, if it is not open.“

„Bücher haben Kraft. Bücher haben Macht. Und es ist toll, dass wir sie haben“, gab die Autorin ihren Zuhörern, die in der Pause bei Sekt und leckeren Häppchen aus Schulküche interessante Gespräche geführt hatten, mit auf den Weg, bevor sie eine Stelle aus ihrem bekannten Werk „Obendrüber, da schneit es“ las und der Bibo einige Bücher als Geschenk überließ.

Text: S. Simon

Bilder: S. Falk